Presse und Texte

Freitag, 12. September 2008

"Alles klar am Hindukusch"

Staatssekretär Kossendey sprach in Buchholz

Auf Einladung der Buchholzer CDU erläuterten Thomas Kossendey, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, und der Bundestagsabgeordnete Michael Grosse-Brömer jetzt den Einsatz der Internationalen Friedenstruppe und vor allem der Bundeswehr in Afghanistan. Grosse-Brömer verwies zu Anfang darauf, dass das Vortragsthema im Hinblick auf die aktuelle Diskussion in Deutschland spannender nicht sein könne. "Wer allerdings glaubt, wir könnten die Soldaten einfach abziehen und Afghanistan wieder sich selbst und den Taliban überlassen, wie es die Linkspartei fordert, der ist naiv", so Grosse-Brömer deutlich.

Diese Auffassung unterstrich auch Kossendey. Er ergänzte, dass die internationale Schutztruppe nicht als Besatzungsmacht in Afghanistan sei, sondern auf Wunsch der afghanischen Regierung und mit einem Mandat der Vereinten Nationen. Kossendey: "Daher ist auch nicht der militärische Kampfeinsatz unser Schwerpunkt, sondern der zivile Wiederaufbau des von Krieg und Taliban-Regime zerstörten Landes. Hierfür stellt alleine Deutschland bis 2010 über eine Milliarde Euro zur Verfügung". Dieses Geld sei gut angelegt, denn beim Wiederaufbau des Landes seien echte Erfolge erzielt worden. So hätten mit 6 Millionen Schülern, davon 1/3 Mädchen, über 50 Prozent der Jugendlichen wieder freien Zugang zu den inzwischen 9.000 Schulen und Universitäten. Bildung würde auch innerhalb Afghanistans als Schlüssel für Frieden und Wohlstand gesehen, denn knapp 70 Prozent der Afghanen sei jünger als 25 Jahre, so Kossendey.

Zweiter Schwerpunkt sei die Wiederherstellung der Infrastruktur. Inzwischen seien 1.800 km der 2.300 km-langen "Ringstraße", einer Art Autobahn, erneuert und rund 25 Prozent der 34.000 km ländliche Straßen wiederhergestellt. Die verbesserte Infrastruktur habe direkte Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Fortschritt. Afghanistan habe dank zweistelliger Wachstumsraten heute sein Pro-Kopf-Einkommen verdoppeln können. "Dies bedeutet in der Praxis 550.000 neu entstandene Arbeitsplätze", verdeutlicht Kossendey. "Das alles sind Errungenschaften, die von der Mehrheit der Bevölkerung begrüßt werden und an dem Deutschland seinen Anteil habe", so der Staatssekretär.

All dies könne aber nur durch die Präsenz von Militär erreicht und vor allem erhalten werden. Denn die im Untergrund operierenden Taliban versuchten immer wieder, Fortschritte zu verhindern, da ein entwickeltes Land nicht in ihr ideologisches Konzept passe. Erst, wenn die afghanischen Sicherheitskräften in der Lage seien, diese Aufgabe selber zu erfüllen, könne nach und nach ein Rückzug der internationalen Truppen angegangen werden, so der Staatssekretär weiter. Daher sei es unbedingt notwendig, mehr afghanische Verbände aufzustellen und die afghanischen Soldaten besser auszubilden. Bei dieser Aufgabe stellte er der Bundeswehr ein sehr gutes Zeugnis aus. Dies gelte auch für die von Deutschland durchgeführte Ausbildung von Polizisten.

Mit beeindruckenden Bildern von Land und Leuten illustrierte Kossendey seine für die Zuhörer oftmals erstaunlichen Erfahrungen und hinterließ bei den Zuhörern einen starken Eindruck nach der zweistündigen Diskussion. "Der Einsatz für die Menschen in Afghanistan lohnt sich", so das Fazit des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Kossendey. Ortsverbandsvorsitzender Christian Horend: "Ich freue mich, dass Herr Kossendey unserer Einladung gefolgt ist und die Zuhörer sich aus erster Hand über dieses nach wie vor brandaktuelle Thema informieren konnte. Noch aktueller können politische Veranstaltungen kaum sein!"

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