Mittwoch, 25. August 2010
Das war auch das Ziel der Reise von Kauder, den Fokus auf die dynamischen Staaten in Südostasien zu lenken. „Deutschland sollte sich in Asien nicht nur auf China, Indien und Japan konzentrieren. Gerade Indonesien kann in den nächsten Jahrzehnten ein noch wichtigerer Partner für uns werden. Mit seinen rund 240 Millionen Bürgern wird die politische Bedeutung des Landes in Zukunft steigen. Ausweis ist, dass Indonesien bereits Mitglied in der Gruppe der 20 (G20) ist, die die großen Volkswirtschaften der Welt vereint. Außerdem ist es für unsere Wirtschaft ein Markt der Zukunft. Trotz der tiefen weltweiten Wirtschaftskrise wuchs die indonesische Wirtschaft im vergangenen Jahr noch um rund 4,5 Prozent. Wir sollten uns bemühen, alte Brücken zu Indonesien wieder neu aufzubauen – etwa durch die vermehrte Ausbildung indonesischer Studenten in Deutschland.“
In Indonesien wurde der Fraktionsvorsitzende an diesem Mittwoch von Präsident Yudhoyono zu einem 45-minütigen Treffen empfangen. Dieses Treffen hatte zunächst nicht auf der Tagesordnung gestanden. Weitere Gesprächspartner waren Vize-Präsident Boediono, der Gouverneur der Provinz Yogyakarta Sultan Hamengku Buwono und mehrere Richter des Verfassungsgerichts.

Eindrucksvoll war auch die Begegnung Kauders mit dem ehemaligen indonesischen Präsidenten Bacharuddin JusufHabibie, der Indonesiens Weg zur Demokratie Ende der 90er Jahre geebnet hatte. Habibie ist ein enger Freund Deutschlands und schätzt Altbundeskanzler Helmut Kohl sehr.
Kauder wird auf seiner Reise vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Andreas Schockenhoff und dem außenpolitischen Sprecher der Fraktion Philipp Mißfelder begleitet. Weitere Stationen der Reise sind Malaysia und Singapur. Kauder hatte in der Vergangenheit bereits China, Indien, Japan und Südkorea besucht, um sich ein Bild von der Dynamik Asiens zu verschaffen.
Zu den Ergebnissen der Indonesienreise sagte der Fraktionsvorsitzende: „Mit seinen rund 240 Millionen Bürgern wird die politische Bedeutung Indonesiens in Zukunft steigen. Ausweis ist, dass das Land bereits Mitglied in der Gruppe der 20 (G20) ist, die die großen Volkswirtschaften der Welt vereint. Außerdem ist es für unsere Wirtschaft ein Markt der Zukunft. Trotz der tiefen weltweiten Wirtschaftskrise wuchs die indonesische Wirtschaft im vergangenen Jahr noch um rund 4,5 Prozent. Wir sollten uns bemühen, alte Brücken zu Indonesien wieder neu aufzubauen – etwa durch die vermehrte Ausbildung indonesischer Studenten in Deutschland.“
Indonesien: ein muslimisches Land mit Religionsfreiheit
Thema der Gespräche war auch die Situation der verschiedenen Religionen Indonesiens, das das größte muslimische Land der Welt ist. Kauder und die übrigen Delegationsmitglieder lobten die Anstrengungen der Regierung, Toleranz und Religionsfreiheit sicherzustellen. Kauder meinte: „Im Gegensatz zu anderen Staaten mit einer mehrheitlich muslimisch geprägten Bevölkerung haben in Indonesien auch Christen, Hindus und Buddhisten eine Heimat. Dies haben mir Vertreter der christlichen Kirchen, mit denen ich mich auch auf dieser Reise getroffen habe, bei allen Schwierigkeiten im Alltag bestätigt. Allerdings habe ich auch gehört, dass islamistische Kräfte in Indonesien an Einfluss gewinnen. Ich habe die indonesische Regierung ermuntert, den Kurs der religiösen Toleranz weiter zu verfolgen. Präsident Yudhoyono hat versichert, dass sein Land gegen radikale islamische Tendenzen vorgehen werde. Indonesien ist nach meinen Eindrücken insgesamt ein positives Beispiel für den Umgang mit Minderheiten und Vorbild für andere Länder, wo Christen bedrängt oder gar verfolgt werden. Es ist schon eine Frage der politischen Führung, wie sich ein Land entwickelt – auch ob es den Boden für Fundamentalismus bereitet oder nicht.“