Brief aus Berlin


Freitag, 28. Januar 2011

Brief aus Berlin 167

Bildungsniveau steigt in Deutschland

Deutschland das Land der Dichter und der Denker. Das geflügelte Wort geht auf den Schriftsteller Wolfgang Menzel zurück. Dieser schreibt 1828 "das sinnige deutsche Volk liebt es zu denken und was sie auch in der einen Hand haben mögen, in der andern haben sie gewiss immer ein Buch". Und noch heute gilt Deutschland international als Bildungsrepublik.

Unser Anspruch muss es sein, diesen guten Ruf zu festigen und auszubauen, wollen wir unseren Wohlstand behaupten.
Der Nationale Bildungsbericht 2010, der diese Woche im Deutschen Bundestag debattiert wurde, weist dazu erfreuliche Kennzahlen aus: Die finanziellen Aufwendungen je Bildungsteilnehmer liegen über dem OECD-Durchschnitt, der Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss ist rückläufig und die Studienanfängerquote erreichte mit 43 Prozent des Jahrgangs einen Rekord. Um diese positive Entwicklung zu verstetigen haben Bund und Länder den Hochschulpakt 2020 verabredet und investieren gemeinsam in den Ausbau von Studienplätzen. In den nächsten fünf Jahren stellt allein der Bund hierfür fünf Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung.

Neben diesen positiven Zwischenergebnissen bestehen weiter große Herausforderungen. Besonderes Augenmerk müssen wir darauf richten, Bildungschancen für alle Kinder und Jugendliche zu eröffnen. Hierzu müssen wir insbesondere auf diejenigen noch mehr zugehen, die aus bildungsfernen Elternhäusern stammen. Statistisch wächst  aktuell fast jedes dritte Kind  in einer sogenannten "Bildungs-Risikolage" auf. Dies ist Anlass zur Sorge und klarer Auftrag, Chancengerechtigkeit zu gewährleisten. Denn aus vielen Untersuchungen wissen wir, je früher wir anpacken, desto wirksamer.
Dabei geht es auch darum, zu verhindern, dass Kinder aus Familien, die im wesentlichen von Transferleistungen leben ihrerseits wieder mit großer Wahrscheinlichkeit von Sozialleistungen abhängig sein werden.

Die christlich-liberale Koalition  hat dazu konkrete Initiativen gestartet. An erster Stelle steht dabei eine verstärkte frühkindliche Bildung, wie beispielsweise Sprachförderung bereits im Kindergartenalter die insbesondere auf Kinder aus bildungsfernen Familien oder mit Migrationshintergrund zielt. Zudem sieht die Neureglung zur Sicherung des Existenzminimums, den sog. Hartz IV-Sätze, verbesserte Unterstützung für kindliche Bildungsangebote vor. Diese reichen von der Lernförderung bis zum Schulmaterial oder auch zur Begleichung von Musikschulrechnungen.
Es ist ein Erfolg der CDU-geführten Bundesregierung, dass wir feststellen können: Noch nie wurde so viel Geld für Bildungschancen bereitgestellt, der Bildungsetat beträgt 11,65 Milliarden Euro-54% mehr als bei der  Regierung Rot Grün.
Ich bin fest davon überzeugt, das ist eine hervorragende Investition und schlicht gute Politik.

Herzlichst Ihr

M. Grosse-Brömer (MdB)

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