Donnerstag, 11. Dezember 2003
hier,
vor meinem Büro in Berlin, sind die Linden mit Lichterketten geschmückt. Im
Reichstag und auf dem Pariser Platz sind die Weihnachtsbäume aufgestellt.
Unübersehbar
neigt sich das Jahr 2003 seinem Ende zu. Bevor die Zeit der Ruhe und Besinnung
beginnt, fordert der politische Alltag noch seinen Tribut. Die Verhandlungen im
Vermittlungsausschuss dauern an, und der Bundestag trifft sich am 18. und 19.
Dezember nochmals, um die Ergebnisse der vorherigen Bundesratssitzung zu debattieren
und abzustimmen.
Meinen
letzten Brief aus Berlin in diesem Jahr möchte ich dazu nutzen, mich für Ihr
Interesse an meiner Arbeit als Bundestagsabgeordneter zu bedanken. Ein Zweck
dieser Information aus der Hauptstadt ist es, Sie an dem politischen Geschehen
hier ein wenig zu beteiligen.
Ich
hoffe, das ist geglückt.
Zum
Jahresabschluss wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und
Zufriedenheit, Glück und Erfolg im Neuen Jahr 2004.
Erfolgreiche Reformen müssen
nachhaltig sein. Sie dürfen nicht nur an der Oberfläche kratzen. Ebenso wichtig
ist: Verändert sich Vertrautes, muss man
den Sorgen der Menschen entgegentreten. Deshalb hat die Union den Bürgern offen
gezeigt, auf welchen Reformweg der Sozialsysteme, des Arbeitsmarkts und der
Steuerpolitik sie sie mitnehmen möchte.
Hohe Arbeitslosigkeit, zu
wenig Kinder, instabile soziale Sicherungssysteme und ein bis zur Handlungsunfähigkeit
verschuldeter Staat benötigen tief greifende Reformen. Die Bürger müssen
wissen, dass das, was ihnen der Staat jetzt zumuten muss, sich für sie
langfristig auszahlen wird.
Die Haltung der rot-grünen
Bundesregierung ist wenig hilfreich. Sie sagt den Menschen nicht offen, was auf
sie zukommt. Sie versucht sie mit kurzfristigen Steuergeschenken zu beruhigen.
Die schaffen alleine allerdings keine neuen Arbeitsplätze. Unternehmen stellen
ohne Verbesserungen am Arbeitsmarkt und weniger Bürokratie nicht ein. Auch
sichern Steuergeschenke noch nicht zwangsläufig den ersehnten Konsum. Denn die
Menschen könnten aus der Angst vor ihrer ungewissen Zukunft sparen statt
kaufen. Und ein immer höher verschuldeter Staat wird entweder völlig
handlungsunfähig oder sich seine Leistungen an anderer Stelle von Bürgern und Unternehmen
noch teurer bezahlen lassen müssen.
Die Union hat hingegen in
großer Übereinstimmung mit ihrer Parteibasis ihren Zukunftsweg aufgezeigt:
Durch Abkoppeln der stetig steigenden Sozialkosten von den Arbeitskosten will
sie verhindern, dass Arbeit immer teurer wird. Nur so wird es das geben, was
Deutschland am nötigsten hat: Wachstum. Die Union hat ein Steuersystem
vorgestellt, das die Menschen verstehen können. Es fördert nicht die Ausnahmen,
sondern behandelt die Einkommensarten gleich. Es führt zu höherer
Steuerehrlichkeit und -gerechtigkeit, vor allem auch für die Familien. Da wir
weltweit konkurrenzfähig sein müssen, benötigen wir auch flexiblere Bündnisse
für Arbeit. Es darf nicht sein, dass wir über das Abweichen von starren
Tarifverträgen erst sprechen, wenn Menschen entlassen werden. Außerdem müssen
wir alles versuchen, um die Last der demographischen Entwicklung gerecht auf
alle Schultern zu verteilen. Das bedeutet für die Jüngeren, mehr eigene
Vorsorge zu betreiben, und für die heutigen Rentner und Pensionäre, dass auch
sie sich solidarisch und nach ihrer Leistungsfähigkeit an den Herausforderungen
der Zukunft beteiligen müssen.