Fraktion aktuell

Donnerstag, 8. Juli 2010

Religionsfreiheit weltweit schützen

Bundestagsdebatte zur Situation religiös Verfolgter

Der Deutsche Bundestag dikutierte heute den Antrag der Regierungsfraktionen „Religionsfreiheit weltweit schützen“. Erika Steinbach verwies in der Debatte darauf, dass besonders stark das Christentum von Verfolgung betroffen seien: „In mehr als 64 Ländern der Welt, in denen nahezu 70 Prozent der Weltbevölkerung leben, ist die Religionsfreiheit, die ein grundlegendes Menschenrecht bildet, mindestens stark eingeschränkt. Besonders stark betroffen ist das Christentum mit rund 200 Millionen verfolgten Gläubigen.“ Religiösen Minderheiten sei es trotzdessen oftmals nicht möglich ihren Glauben öffentlich zu bekennen, zu praktizieren oder hierfür Gebetshäuser zu errichten, so die menschenrechtspolitzische Sprecherin der Unionsfraktion. Besonders prekär sei die Situation in den Staaten des Nahen und Mittleren Ostens in Nordafrika, Zentralasien, Nordkorea und China. Hier seien religiöse Minderheiten immer wieder Opfer von Gewalt, politischer und gesellschaftlicher Diskriminierung. Steinbach: „Auch dem Versuch muslimischer Staaten, Religion vor Diffamierung zu schützen, ist eine Absage zu erteilen. Das Recht eines jeden Menschen seine Meinung frei zu äußern ist ein weltweit anerkanntes Grundrecht und darf zum Schutze eines religiös definierten Gruppenrechts nicht eingeschränkt werden.“ An der Debatte nahmen auf Einladung des Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder auch Schwester Justine Senapati SJA und Vater Dr. Augustine Singh teil (unser Foto). Sie arbeiten im ostindischen Bundesstaat Orissa mit Opfern der massiven Ausschreitungen gegen die christliche Minderheit, die dort im August 2008 stattfanden. Schwester Justine Senapati SJA ist Programmdirektorin in einem Sozialzentrum in Kandhamal im Bundesstaat Orissa, Vater Augustine Singh ist Priester und ist als Psychologe ebenfalls in Kandhamal tätig. Beide setzen sich für eine Verbesserung der Menschenrechtssituation ein. Ebenfalls auf Einladung des Fraktionsvorsitzenden haben der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Karl Jüsten und der Bevollmächtigte des Rates der EKD, Bernhard Felmberg die Debatte verfolgt. Zur Debatte meinte die Sprecherin für Kirchen- und Religionsangelegenheiten, Dr. Maria Flachsbarth, es sei gut, dass die christlich-liberale Koalition dafür sorgt, dass das Thema der Religionsfreiheit und die weltweite Situation bedrängter Christen endlich aus ihrem Schattendasein heraus an die breite Öffentlichkeit kommen. Flachsbarth: „Die Lage unserer christlichen Glaubensgeschwister und anderer religiöser Minderheiten liegt uns am Herzen. Daher setzen wir uns selbstverständlich nicht nur dafür ein, dass niemand wegen seines Glaubens tätlich verfolgt werden darf. Es darf aber darüber hinaus auch nicht sein, dass Menschen ihr Recht auf Religionsfreiheit nicht leben dürfen, also ihren Glauben nicht offen bekennen können, oder dass sie im Alltag diskriminiert werden, weil sie zu einer religiösen Minderheit gehören.“

Bildergalerie